Energie-Effizienz-Fahrplan der EU
EU-Kommission stellt Fahrplan für mehr Ressourceneffizienz vor
Umsteuern bis 2050
Die Europäische Kommission hat am 20. September einen Fahrplan für die nachhaltige Umgestaltung der europäischen Wirtschaft bis zum Jahr 2050 vorgestellt. Das Strategiepapier zeigt dafür Anreize und Instrumente auf, beispielsweise die Verlagerung der Steuern vom Faktor Arbeit hin zum Ressourcenverbrauch, ein besseres Produktdesign oder ein umweltfreundlicheres öffentliches Beschaffungswesen.
Angesichts knapper werdender natürlicher Ressourcen wie Rohstoffe, Biodiversität oder Wasser kann Europa nur durch nachhaltiges Wirtschaften auch zukünftig Wachstum und Wohlstand sichern. EU-Umweltkommissar Janez Potočnik sagte: "Grünes Wachstum ist die einzige nachhaltige Zukunft - für Europa und für die Welt. Wirtschaft und Umwelt müssen Hand in Hand gehen – auf lange Sicht haben wir dieselben Interessen."
Der Fahrplan empfiehlt, Ressourceneffizienz auf allen politischen Ebenen anzupacken, zahlreiche Politikfelder einzubeziehen und vor allem die Ressourcen in den Blick zu nehmen, die am stärksten unter Druck stehen.
Mögliche Instrumente zur Förderung eines sparsamen Umgangs mit Ressourcen sind Rechtsvorschriften, marktorientierte Instrumente, die Neuausrichtung von Finanzierungsinstrumenten oder die Förderung der Nachhaltigkeit in Produktion und Verbrauch.
Bis spätestens 2013 sollen nun zusammen mit politischen Entscheidungsträgern, Sachverständigen, Nichtregierungsorganisationen, der Wirtschaft sowie den Verbrauchen klar definierte Ziele und Indikatoren entwickelt werden.
vollständige Pressemitteilung der EU
In Nordrhein-Westfalen wird zur Zeit über ein Klimaschutzförderungsgesetz diskutiert. Im Oktober wurde hierzu ein Entwurf vorgelegt, der jetzt zur Beratung ansteht. Im Mittelpunkt steht ein zu erstellender Klimaschutzplan, allerdings können bislang nur Einschätzungen abgegeben werden, wie der Plan ausgestaltet werden soll. Die Zielsetzung allerdings ist klar: Die Treibhausgasemissionen sollen in NRW gegenüber 1990 bis 2020 um mindestens 25 % gemindert und bis 2050 um 80 % gemindert werden.
Der Klimaschutz ist für das Handwerk ein wichtiges Anliegen. Für die Kohlendioxidbelastung mit ihren erheblichen Auswirkungen auf das Weltklima und die Lebensverhältnisse auf allen Kontinenten tragen wir in NRW eine erhebliche Mitverantwortung. Deshalb ist es mehr denn je unsere Aufgabe, Maßnahmen zur Vermeidung eines noch tiefgreifenderen Klimawandels zu treffen. Klima- und Energiepolitik gehören angesichts der Auswirkungen der Gewinnung, Produktion und Verwendung von Energie auf das globale Klima zusammen und können nur im Kontext diskutiert werden. Das Handwerk ist in der Energie- und Klimafrage von mehreren Seiten betroffen:
Handwerksunternehmen sind Energieverbraucher und Emittenten von Klimagasen. Als Teil der Wirtschaft ist sich das Handwerk seiner Verantwortung bewusst, Beiträge zum Klimaschutz in NRW zu leisten.
Handwerksunternehmen sind auf Versorgungssicherheit angewiesen und können höhere Energiekosten im Einkauf nicht ohne weiteres über Preiserhöhungen an ihre Kunden weitergeben. Die Unternehmen haben damit ein vitales Interesse an der rationellen Energieverwendung in den Betrieben. Einsparungserfolge, die hier vorrangig unter Kostenaspekten realisiert werden, wirken sich zugleich auch im Sinne des Klimaschutzes aus.
Weite Zweige des Handwerks sind Anbieter von Installations-, Planungs- und Beratungsleistungen zu energietechnischen Anlagen, insbesondere auch von Anlagen zur Nutzung regenerativer Energien, zum Energie sparenden Bauen und zur energetischen Gebäudesanierung. Gerade auch die zügige Verbreitung vielversprechender Effizienztechnologien wie Mini- und Mikro-Blockheizkraftwerke, Wärmepumpen und Klein-Windkraftanlagen ist ohne das qualifizierte Handwerk nicht umsetzbar.
Handwerker sind für private Wohnungseigentümer häufig die ersten Ansprechpartner für Sanierungsmaßnahmen im Gebäudebestand. Ihnen kommt eine besondere Bedeutung zu, um Kunden, die z. B. lediglich Erhaltungsreparaturen anfragen, vom Zusatznutzen einer (zugleich) energetischen Sanierung zu überzeugen.
Auch Gewerke außerhalb des Bau- und Ausbaugewerbes haben Einfluss auf den Klimaschutz. Dies gilt zum Beispiel für das Kfz-Gewerbe, das durch die optimierte Einstellung der Motoren von Kraftfahrzeugen den Energieverbrauch und somit die Emission von Treibhausgasen verringert. Dies gilt aber auch für weitere Gewerke, die zum Beispiel Klima- und Kälteanlagen warten und dabei mit anderen Treibhausgasen als Kohlendioxid umgehen.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der klimagerechten Stadtentwicklung. Letzlich müssen alle die gesetzten Ziele unterstützen. Gerade von kommunalen Prozessen erwarten sich die Fachleute hohe Einsparpotentiale. In den Regionen hat das Handwerk große Mitwirkungsmöglichkeiten. Bereits jetzt gibt es eine Reihe von Kommunen, die zusammen mit dem Handwerk und anderen Akteuren Klimaschutzkonzepte beraten. Wir werden an dieser Stelle über derartige Entwicklungen und über den Fortgang der Gesetzesberatungen berichten.
